Erfahren Sie, wie diese Vorsorgemaßnahmen aussehen können, ab wann Kinder eine KFO-Prophylaxe erhalten sollten und wie Erwachsene bleibende Schäden vermeiden können.

Das wichtigste Vorab:

  • Die normale Prophylaxe beim Zahnarzt kann die KFO-Prophylaxe nicht ersetzen
  • Nur der Kieferorthopäde kann Zähne und Spangen optimal reinigen
  • Geschultes Prophylaxe-Personal zeigt den Patienten anschaulich, worauf sie bei der häuslichen Zahnhygiene achten müssen
  • Für die Vorsorge werden individuelle Werte wie Speichelfluss, Plaquebildung und Ernährungsgewohnheiten ermittelt

Prophylaxe bei Kindern: Frühes Handeln empfohlen

Bei Kindern ist eine rechtzeitige KFO-Vorsorge besonders wichtig, da sie Unterstützung bei der Zahnhygiene brauchen und ihr Ernährungsbewusstsein erst noch entwickeln. Deshalb sollte gleich der erste KFO-Besuch auch ein beratendes Prophylaxe-Gespräch und eine Abklärung der persönlichen Risikofaktoren beinhalten.

Bei einem normalen Zahnwachstum sollte ein Kind zum ersten Mal im Alter von sechs Jahren dem Kieferorthopäden vorgestellt werden. Ist eine Korrektur in Form einer Zahnspange notwendig, ist ein maßgeschneiderter Vorsorgeplan sinnvoll. Es gibt auch Fälle, bei denen bereits im Kindergartenalter prophylaktisch gearbeitet werden muss. Dazu gehört beispielsweise ein starker Kariesbefall im Milchgebiss.

Folgende Faktoren werden bei der Prophylaxe-Untersuchung ermittelt:

  1. Allgemeinbefund: Vorgeschichte, Vorerkrankungen, aktueller Zustand der Zähne und der allgemeinen Gesundheit
  2. Plaque-Index: Er weist auf die derzeitige Mundhygiene des Patienten hin – wie sorgfältig wird geputzt?
  3. Parodontalindex: Gibt es bereits konkrete Hinweise auf eine jugendliche Parodontitis?
  4. Ernährungsgewohnheiten: Wie oft kommen die Zähne mit zuckerhaltigen Lebensmitteln in Kontakt?
  5. Speicheltest: Die Zahl der Laktobazillen liefert Hinweise auf den schädigenden Zuckerkonsum und das Kariesrisiko
  6. Schäden der Zahnsubstanz: Weisen die Zähne bereits Rillen oder Risse auf?
  7. Habits: Lutscht das Kind am Daumen? Kaut es an den Fingernägeln? Schläft es mit offenem oder geschlossenem Mund?

Auf Basis der gewonnenen Daten kann anschließend ein umfassender Behandlungsplan zur bestmöglichen Prophylaxe erstellt werden.

KFO-Vorsorge bei Erwachsenen: Es ist nie zu spät!

Immer häufiger werden Erwachsene beim Kieferorthopäden vorstellig, um Zahnfehlstellungen durch Brackets oder Alignments korrigieren zu lassen. Sie sollten gleich zu Beginn an eine entsprechende Prophylaxe denken und sich einen Behandlungsplan zusammenstellen lassen.

Denn bisherige Putzgewohnheiten reichen beim Tragen einer festen Spange nicht mehr aus. Selbst Minimalkorrekturen sollten daher mit Prophylaxe ergänzt werden. Für eine professionelle kieferorthopädische Vorsorge ist es also niemals zu spät!

Problemstellungen bei Erwachsenen

Erwachsene Zähne haben schon einiges mitgemacht. Je höher das Alter des Patienten ausfällt, desto sorgfältiger müssen sie gepflegt werden. Unterziehen sich erwachsene Patienten einer kieferorthopädischen Korrektur, müssen die Zähne zuvor gründlich auf Zahnstein, Karies und Zahnfleischentzündungen untersucht werden.

Übermäßiger Zahnstein, Schnarchen und nächtliches Knirschen

Zu viel Zahnsteinbildung kann das korrekte Schließen des Kiefers behindern – die Zähne passen nicht mehr so gut aufeinander wie vorher. Insofern ist eine KFO-Vorsorge für Erwachsene auch dann empfehlenswert, wenn sie keine Spange tragen oder anstreben.

Viele Erwachsene neigen außerdem zum nächtlichen Knirschen und Pressen, das durch Kieferfehlstellungen, Stress und Verspannungen ausgelöst werden kann. Auch bei starkem Schnarchen kann ein Termin beim Kieferorthopäden der erste Schritt zu einer dauerhaften Lösung sein.

Welche Probleme kann eine Prävention verhindert?

Die größte Herausforderung beim Tragen von Zahnkorrekturen ist die tägliche Reinigung. Brackets verlangen eine besonders gründliche Mundhygiene, die der Patient ohne eine Beratung kaum leisten kann. Die Prophylaxe-Maßnahmen beim Kieferorthopäden ergänzen die tägliche Reinigung und zeigen dem Patienten, wie er seine Zähne optimal pflegt.

Ohne ein Vorsorge-Konzept kann es zu folgenden Problemen kommen:

  • Weiße Flecken durch Entkalkungen: Sie entstehen durch Nahrungsreste rund um die Brackets und zeichnen sich als weiße Vierecke ab
  • Karies durch die fortschreitende Entkalkung der Zähne im Bereich der Brackets
  • Zahnfleischentzündungen – sie treten bei Spangenträgern häufiger auf, weil die Brackets das Putzen entlang des Zahnfleischrands erschweren
  • Vor allem bei Erwachsenen häufig: Verfärbungen der Zähne durch Kaffeekonsum, Rauchen und färbende Lebensmittel
  • Verstärkte Plaquebildung und Beläge rund um die Zahnspange, die nur durch sorgsame Mundhygiene vermieden werden können
  • Mundgeruch aufgrund von Nahrungsresten in den vielen kleinen Zwischenräumen der Brackets

Nur ein umfassendes Prophylaxe-Programm und eine sorgfältige Mundhygiene helfen, derartigen Schäden vorzubeugen.

Durch die professionelle kieferorthopädische Prophylaxe Schäden vorbeugen

Die KFO-Vorsorge ist ein ganzheitliches Konzept. Neben der individuellen Beschaffenheit und Qualität der Zähne werden auch die Lebensgewohnheiten des Patienten berücksichtigt. Vorsorgemaßnahmen in der Praxis und die tägliche Mundhygiene zuhause verschmelzen dabei zu einer harmonischen Einheit.

Der Patient erhält regelmäßig eine professionelle Reinigung vor Ort und zudem wertvolle Tipps, wie er seine Zähne im Alltag optimal pflegt. Dazu gehört auch eine „Putzschulung“, in der er lernt, Zahnseide und Interdentalbürsten korrekt zu verwenden.

Regelmäßige Kontrolle von Zähnen, Speichel und Zahnfleisch

Ein KFO-Prophylaxeplan basiert auf einer ausführlichen Erstuntersuchung, bei der die persönlichen Risikofaktoren abgeklärt werden. Dabei kommen modernste Untersuchungsmethoden zum Einsatz. Außerdem stellt das Vorsorge-Personal Fragen zu den Ernährungsgewohnheiten und der bisherigen Mundhygiene.

Auf Basis dieser Daten wird ein individuelles Vorsorge-Paket entwickelt, das regelmäßige Termine in der Praxis beinhaltet.

Kieferorthopädische Zahnreinigung als zentrale Maßnahme

Ein wichtiger Bestandteil des Vorsorgeprogramms ist die professionelle Zahnreinigung in der KFO-Praxis. Das Prophylaxe-Personal arbeitet dabei mit speziellen Instrumenten wie sanften Pulverstrahlgeräten, die selbst winzigste Ablagerungen zuverlässig beseitigen.

Bei Bedarf kann der Kieferorthopäde dabei die Brackets abnehmen und die Spange in einem speziellen Ultraschallgerät reinigen. Eine solche Spezialbehandlung kann nur der Kieferorthopäde vornehmen. Die jährliche Prophylaxe beim Hauszahnarzt kann sie also nicht ersetzen.

Putzschulung für den Patienten

Ohne Mitarbeit geht es nicht: Für Spangenträger ist es unerlässlich, Zähne, Spange und Zahnfleisch besonders gründlich und gewissenhaft zu reinigen. Diese Mundhygiene unterscheidet sich deutlich von der durchschnittlichen. Denn durch die Brackets bilden sich viele neue Zwischenräume, die mit normalen Zahnbürsten nur schwer zu erreichen sind.

Der Patient braucht also „Zusatzmaterial“. Bei der Individualprophylaxe wird er anschaulich darin geschult, Interdentalbürsten und Zahnseide richtig zu benutzen. Außerdem bekommt er Informationsmaterial mit an die Hand.

Versiegelungslack für die Zähne bietet Schutz vor Schäden

Nach der professionellen Reinigung mittels Sandstrahlbürsten und Polierbürsten werden die Zähne versiegelt. Dabei verwendet der Kieferorthopäde je nach Zahngesundheit Gele, Pasten oder Lacke. Diese Bracketumfeldversiegelungen schützen vor Zahnbelägen, Zahnstein und Demineralisierung und haben überdies eine antibakterielle Wirkung. Außerdem härten sie den Zahnschmelz.

Wie oft zur Zahnreinigung beim KFO und Zahnarzt?

Spangenträger sollten ein Mal im Jahr zur normalen Vorsorgeuntersuchung beim Hauszahnarzt erscheinen. Außerdem wird pro Jahr mindestens ein Prophylaxe-Termin beim Kieferorthopäden empfohlen.

Kinder, die sich mit der Zahnpflege schwer tun, sollten in kürzeren Intervallen Vorsorgetermine wahrnehmen. Meist werden diese Abstände bereits bei der Erstuntersuchung empfohlen. Für Erwachsene genügt meist eine KFO-Zahnreinigung pro Jahr.

Grundsätzlich gilt: Wann immer eine Spange Schmerzen bereitet, sich sichtbare Ablagerungen bilden oder die Zähne schmerzen, sollte umgehend der Kieferorthopäde aufgesucht werden.