Zahnspangen sind heutzutage in aller Munde und nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern auch immer mehr erwachsene Männer und Frauen entscheiden sich für eine kieferorthopädische Zahnkorrektur.

Abhängig von mehreren Faktoren müssen Patienten häufig mit einer nicht unerheblichen Tragezeit rechnen. Doch einige Faktoren können die Behandlung begünstigen und die Behandlungszeit gegebenenfalls verkürzen.

Das Wichtigste vorab:

  • Meist müssen erwachsene Patienten im Vergleich zu Kindern und Jugendlichen mit einer längeren Behandlungsdauer rechnen.
  • Die feste Zahnspangen Behandlungsdauer ist unter anderem vom Grad der Fehlstellung, dem Alter und der Mitarbeit des Patienten abhängig.
  • Auch die Art der Zahnspange hat einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Behandlungsdauer.

Dauer der Behandlung bei Kindern und Jugendlichen

Aufbau der Behandlung

Nach einem ersten Kennenlernen stellt der Kieferorthopäde eine Diagnose und klärt den Patienten und die Eltern über die Notwendigkeit und Möglichkeiten einer Behandlung auf. Eine kieferorthopädische Behandlung kann sich aus maximal drei Behandlungsschritten zusammensetzen: Frühbehandlung, Hauptbehandlung und Retentionsphase.

Die Frühbehandlung wird manchmal bei Kindern angewendet und soll auf die eigentliche Behandlung vorbereiten. In dieser Phase werden herausnehmbare Zahnspangen eingesetzt.

Die eigentliche Behandlung, also die Hauptbehandlung, wird meist mit einer festsitzenden Zahnspange durchgeführt. Hier werden die Zähne in die gewünschte Position verschoben. Die Hauptbehandlung ist manchmal auch mit herausnehmbaren Geräten oder Schienen möglich,

Die Retentionsphase schließt sich immer an die Hauptbehandlung an. Sie dient dazu, die Zähne zu stabilisieren und ein Zurückwandern zu verhindern. Hier kommen geklebte Retainer, Retentionsschienen oder herausnehmbare Retentionsgeräte zum Einsatz.

Wovon ist die Behandlungsdauer abhängig?

Die Dauer einer kieferorthopädischen Behandlung ist von mehreren Faktoren abhängig. Zum einen ist sie von der Art der Zahnspange abhängig. 

Eine festsitzende Zahnspange wirkt, im Gegensatz zur herausnehmbaren Variante, 24h am Tag und ist nicht von der Mitarbeit des Patienten abhängig. Eine lose Zahnspange kann auch bei regelmäßigem Tragen nicht die Tragezeit der festen Spange erreichen. Wird zudem die Spange nicht durchgehend getragen, kann sich die Behandlungsdauer sogar verdoppeln.

Zudem ist die Behandlungsdauer auch von anderen Faktoren abhängig. Dies betrifft neben dem Grad der Fehlstellungen und wie viele Zähne im Gebiss behandelt werden auch das Alter und Compliance des Patienten, sowie genetische Faktoren. Auch das Einhalten von regelmäßigen Kontrollterminen hat Auswirkungen auf die Behandlungszeit.

Die durchschnittliche Behandlungsdauer bei Kindern

Da mehrere Faktoren die Dauer der kieferorthopädischen Behandlung mit einer festsitzenden Apparatur beeinflussen, lässt sich keine pauschale Aussage dazu treffen. Je nach Grad der Fehlstellung sollte man von mindestens 12 Monaten Behandlungszeit ausgehen. Diese kann sich auf bis zu 4 Jahre erstrecken.

Bei der Zahnbewegung mit herausnehmbaren Zahnspangen muss man unterscheiden, wofür sie verwendet werden. Handelt es sich um eine Frühbehandlung, so kann man mit einer Behandlungszeit von ca. 1,5 Jahren rechnen. Als Vorbehandlung für die eigentliche Hauptbehandlung werden sie für etwa 1 – 2 Jahre verwendet, bis die bleibenden Zähne durchgebrochen sind und die feste Zahnspange eingesetzt werden kann.

Dauer der Behandlung bei Erwachsenen

Ablauf der Behandlung

Wie auch bei Kindern findet zunächst ein erstes Kennenlernen mit dem Kieferorthopäden statt, bei welchem sich dieser ein erstes Bild der Fehlstellungen macht. Anschließend berät der behandelnde Arzt den Patienten über die Situation und ob und welche Behandlung notwendig wäre.

Sind sich Behandler und Patient einig, wie und mit welchen Materialien die Behandlung durchgeführt werden soll, werden Folgetermine vereinbart, die Zahnspange angefertigt und anschließend eingesetzt.

Worin unterscheidet sich die Behandlungsdauer zwischen Erwachsenen und Kindern?

Da das Kieferwachstum beendet ist, müssen erwachsene Patienten häufig mehr Geduld aufbringen, als Kinder. Die Zähne sind im Kieferknochen gefestigter und können nur langsamer bewegt werden. Daher fällt die Tragedauer beim Erwachsenen im Vergleich zu Kindern und Jugendlichen meist länger aus.

Welche Zahnspangen kommen bei Erwachsenen zum Einsatz.

Prinzipiell können bei Erwachsenen die gleichen Arten von Zahnspangen verwendet werden, welche auch bei Kindern und Jugendlichen eingesetzt werden. Da erwachsene Männer und Frauen im Berufsleben stehen und meist keine auffällige kieferorthopädische Behandlung wollen, tendieren sie meist zu unscheinbareren bis hin zu unsichtbaren Varianten.

Bei herausnehmbaren Zahnspangen gibt es die Möglichkeit der Aligner. Hier handelt es sich um durchsichtige, sehr dünne Kunststoffschienen, welche passgenau auf die Zähne passen. Sie werden meist bei leichteren Verdrehungen eingesetzt und sind von der Mitarbeit des Patienten abhängig.

Bei der festsitzenden Zahnspange gibt es auch unauffälligere oder gar unsichtbare Varianten. Minibrackets sind kleiner als die konventionellen Brackets und daher auch nicht so auffällig. Noch unauffälliger sind dagegen zahnfarbene Keramikbrackets, welche durch ihre Farbe auf den Zähnen kaum auffallen. 

Die unsichtbare Zahnspange stellen die Lingualbrackets dar. Diese werden für jeden Patienten individuell angefertigt, innen auf die Zahnflächen geklebt und sind so von außen nicht sichtbar.

Die durchschnittliche Behandlungsdauer bei Erwachsenen

Wie auch bei Kindern ist die Behandlungsdauer unter anderem von dem Grad der Fehlstellung und der verwendeten Materialien abhängig.

Die Behandlungsdauer mit einer herausnehmbaren Zahnspange, wie z. B. Aligner, ist sehr variabel und stark abhängig von der Mitarbeit des Patienten. Meist ähnelt die Dauer derer bei einer festsitzenden Apparatur. Jedoch müssen Patienten bei dieser Variante einen geringen Präzisionsverlust verglichen mit festsitzenden Spangen in Kauf nehmen.

Die feste Zahnspangen Behandlungsdauer ist ebenfalls sehr unterschiedlich. Meist muss man mit einer Dauer von 6 – 24 Monaten rechnen. Muss die Behandlung in Verbindung mit einer kieferchirurgischen Operation stattfinden, fällt die Behandlungsdauer meist höher aus.

Behandlungsdauer je nach Zahnfehlstellung

Die Dauer der Behandlung ist auch immer vom Grad der jeweiligen Fehlstellung abhängig. Zudem werden verschiedene Bisskorrekturen parallel durchgeführt. Einen groben Überblick über einzelne Fehlstellungen zeigt nachfolgende Tabelle:

ZahnfehlstellungBehandlungsdauer
Überbiss9 – 12 Monate
2 – 3 Jahre (mit OP)
VorbissCa. 2 Jahre
Tiefbiss9 – 24 Monate
Kreuzbiss3 – 18 Monate
Offener Biss16 – 22 Monate
Zahnlückenca. Mehrere Monate
Zahnengstandca. Mehrere Monate

Wie lange dauert die Nachbehandlung mit einer Zahnspange?

Die feste Zahnspangen Behandlungsdauer ist abhängig von den verwendeten Materialien. Die Retentionsphase dagegen, sollte nach Möglichkeit ein Leben lang durchgeführt werden. Auch bei den Retentionsgeräten gibt es herausnehmbare und festsitzende Varianten.

Zu den herausnehmbaren Stabilisierungsgeräten zählen die Retentionsschienen und die Retentionsplatten. Diese sollten mindestens 2 Jahre lang nach dem Ende der aktiven Behandlung regelmäßig getragen und kontrolliert werden. Die Tragezeit nimmt dabei nach und nach ab.

Nach den zwei Jahren ist es anzuraten, die herausnehmbaren Retentionsgeräte weiterhin zu tragen, um ein Zurückwandern der Zähne zu verhindern. Vor allem bei genetisch bedingten Zahnfehlstellungen ist die Rezidivrate ziemlich hoch.

Daneben gibt es auch festsitzende Retentionsgeräte, den sogenannten geklebten Retainer. Hierbei handelt es sich um einen vorgebogenen Draht, welcher an die Innenfläche der Frontzähne geklebt wird und diese so stabilisiert.

Auch dieser ist besonders wichtig in den ersten beiden Jahren nach dem Ende der aktiven Behandlung. Anschließend sollte er nicht entfernt werden, sondern gegebenenfalls ein Leben lang getragen werden.