Die wenigsten Menschen zeigen ein ideales Gebiss. Leichte Verdrehungen der Zähne bis zu gravierende Kieferfehlstellungen sind sehr häufig. Sowohl leichte als auch schwere Fehlstellungen können negative psychische und körperliche Auswirkungen für Betroffene haben.

Daher entscheiden sich neben Kindern auch viele erwachsene Männer und Frauen für eine Zahnkorrektur. Für de Kieferorthopädie für Erwachsene stehen unterschiedlichste Methoden und Materialien zur Verfügung, die je nach Behandlungsbedarf und Anspruch des Patienten verwendet werden.

Das Wichtigste vorab:

  • Unter schönen Zähnen versteht man weiße und gerade Zähne in einem vollständigen Gebiss ohne Lücken. Abweichungen hiervon wirken sich negativ auf das Selbstwertgefühl von Betroffenen aus, was sich auch in der Partnerwahl und der Karriere zeigen kann.
  • Eine Zahnkorrektur kann es jedem Menschen ermöglichen, schöne Zähne zu haben.
  • Wie man eine Korrektur von Zahnfehlstellungen durchführen kann, erfahren Sie im folgenden Beitrag.

Wann ist eine Zahnkorrektur notwendig?

Eine Zahnkorrektur wird meist aus zwei Gründen durchgeführt: aus medizinischen oder ästhetischen Gründen

Medizinische Gründe

Ob eine Zahnkorrektur medizinisch notwendig ist, wird in erster Linie durch den behandelnden Kieferorthopäden festgestellt. Dieser erstellt einen Befund und kann diesen in verschiedene kieferorthopädische Indikationsgruppen, kurz KIG, einstufen.

Eine medizinische Notwendigkeit kann jedoch nicht nur durch einen Kieferorthopäden festgestellt werden. Hat der Betroffene Beschwerden oder Schmerzen beim Kauen, im Kieferbereich oder Verspannungen im Nacken- oder Schulterbereich, so kann auch hier eine Indikation für eine Zahnkorrektur gegeben sein, obwohl nach KIG-Einstufung keine medizinische Indikation vorliegt.

Ästhetische Gründe

Daneben spielt auch der ästhetische Faktor eine bedeutende Rolle. Zahnfehlstellungen, vor allem im Frontzahnbereich, sind für Betroffene oft sehr belastend. Sie sind gehemmt im Lächeln und auch im Sprechen und versuchen, die schiefen Zähne zu verdecken.

Dies kann zu psychischen und emotionalen Belastungen führen. Betroffene leiden zum Teil so sehr darunter, dass sie sich gesellschaftlich zurückziehen, was sich dementsprechend negativ auf soziale Kontakte und Partnerschaft auswirkt.

Möglichkeiten der Zahnkorrektur

Es gibt unterschiedliche Methoden, um eine Zahnkorrektur durchzuführen. Grob unterscheidet man in der Kieferorthopädie für Erwachsene als Teilbereich der Zahnmedizin zwischen herausnehmbaren und festsitzenden Apparaturen. Des Weiteren kann man jedoch auch zwischen sichtbaren und unsichtbaren Behandlungsmethoden unterscheiden.

Herausnehmbare Apparaturen

Die klassische herausnehmbare oder lose Zahnspange besteht aus einer Kunststoffbasis mit integrierten Drahtelementen, welche zur Befestigung an den Zähnen notwendig sind. Diese Variante wird häufig zur Frühbehandlung, Vorbehandlung oder zur Korrektur leichterer Fehlstellungen verwendet.

Bei erwachsenen Männern und Frauen werden lose Zahnspangen meist nicht zur Behandlung genutzt.

Neben den herausnehmbaren Geräten gibt es zudem durchsichtige Zahnschienen aus Kunststoff, welche auch als Aligner oder Invisaligner genannt werden. Diese können ebenfalls herausgenommen werden, sind aber durch ihre Transparenz sehr unauffällig. 

Es müssen regelmäßig neue Kunststoffschienen hergestellt werden, um diese dem Behandlungsfortschritt anzupassen. So werden die Zähne durch regelmäßiges Tragen nach und nach sanft in die gewünschte Position gebracht.

Festsitzende Apparaturen

Die festsitzende Zahnspange besteht aus Brackets, welche auf die Außenflächen der Zähne geklebt werden und als Halterung für Drahtbögen dienen. Der Drahtbogen ist der natürlichen Kieferform vorgebogen und wird in die Brackets einligiert. So üben sie kontinuierlichen Druck auf die Zähne aus, wodurch diese langsam in die gewünschte Position gebracht werden.

Neben der klassischen Variante, bei welcher die Zahnspange auf der Außenseite und damit sichtbar auf den Zähnen aufgebracht wird, gibt es auch die sogenannte Lingualtechnik. Bei dieser Variante werden die Brackets innen, also auf Zungenseite, auf die Zähne aufgebracht. Dadurch ist diese Art der Zahnkorrektur nahezu unsichtbar.

Welche Kosten müssen für die Zahnkorrektur eingeplant werden?

Die anfallenden Kosten für eine kieferorthopädische Behandlung sind stark von dem Behandlungsaufwand und den verwendeten Materialien abhängig. Auch die Art der Behandlung, ob herausnehmbar, festsitzend, konventionell oder unsichtbar, schlägt sich im Preis nieder. Daher lässt sich keine pauschale Aussage zu den Kosten einer Zahnkorrektur vornehmen.

Die kostengünstigste Variante stellen herausnehmbare Geräte dar, welche jedoch nicht für die Korrektur aller Zahnfehlstellungen angewandt werden können. Zudem werden sie meist nur bei Kindern verwendet. Hier wird eine Preisspanne von etwa 500 Euro – 1.500 Euro erzielt.

Die durchsichtigen Kunststoffschienen, die sogenannten Aligner, welche ebenfalls vom Patienten selbst entfernt werden können, liegen preislich grob zwischen 3.500 Euro – 6.500 Euro. Auch bei der festsitzenden Zahnspange gibt es deutliche Unterschiede im Preis. Die konventionelle feste Spange, welche außen auf den Zähnen aufgebracht wird und damit sichtbar ist, kostet zwischen 2.500 Euro – 8.000 Euro.

Die Lingualtechnik dagegen, also die unsichtbare Variante, beginnt meist bereits bei 6000 Euro und kann bis zu 10.000 Euro kosten.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Bei Kindern und Jugendlichen können die Kosten für eine kieferorthopädische Behandlung in vielen Fällen von der Krankenkasse übernommen werden. Voraussetzung hierfür ist, dass der Befund des betroffenen Kindes in die kieferorthopädischen Indikationsgruppen 3 – 5 eingestuft wird.

Die kieferorthopädischen Indikationsgruppen, kurz KIG, geben einen Richtwert an, nach welchen eine Zahnkorrektur medizinisch notwendig ist, oder nicht. Hierfür wurden die Klassen 1 – 5 definiert, wobei Klasse 1 und 2 nur leichtere Zahnfehlstellungen umfassen, welche laut Krankenkasse keine medizinische Indikation für eine Behandlung zeigen.

Stufe 3 – 5 umfassen schwerwiegendere Fehlstellungen, welche eine kieferorthopädische Behandlung notwendig machen. In diesen Fällen werden die Kosten dann auch von der Krankenkasse übernommen. Dies ist aber nur bis zur Vollendung des 17. Lebensjahrs möglich. 

Die Kieferorthopädie für Erwachsene sieht da etwas anders aus. Erwachsene Männer und Frauen müssen die Kosten für eine Korrektur von Zahnfehlstellungen in den meisten Fällen komplett selbst tragen. In einigen Ausnahmen, wenn eine gravierende Fehlstellung vorliegt, welche nur in Kombination mit einer kieferchirurgischen Operation behandelt werden kann, können zum Teil die Kosten übernommen werden.

Private Krankenversicherungen und private Zahnzusatzversicherungen übernehmen häufig einen Teil oder Großteil der Kosten für eine kieferorthopädische Behandlung. Wie viel im individuellen Fall übernommen wird, ist von den Vertragsbedingungen und gewählten Tarife abhängig.


Häufige Fragen zur Zahnkorrektur

Wie hoch sind die Erfolgsaussichten und was kann man für den Erfolg beitragen?

Die Erfolgsaussichten für eine kieferorthopädische Behandlung sind prinzipiell sehr gut. Jedoch ist der Behandlungserfolg stark von der Mitarbeit des Patienten abhängig. Handelt es sich um eine Behandlung mit einer herausnehmbaren Apparatur, so ist der Erfolg der Behandlung davon abhängig, dass der Patient die Spange regelmäßig und richtig einsetzt.

Auch bei der festsitzenden Variante ist der Patient meist angehalten, Gummiringe einzusetzen, oder sich bei dem Verlust eines Brackets umgehend zu melden. Ist eine ausreichende Mitarbeit durch den Patienten nicht gegeben, hat dies negative Auswirkungen auf die Erfolgsaussichten der Behandlung.

Hält die Zahnkorrektur dauerhaft oder muss diese irgendwann erneuert werden?

Ist die kieferorthopädische Behandlung beendet und die Zähne stehen an der Endposition, wird die Zahnspange entfernt. Der Zahnhalteapparat ist durch die Behandlung jedoch gelockert, weswegen die Zahnposition fixiert werden muss. Zudem haben die Zähne eine Tendenz dazu, in ihre ursprüngliche Zahnstellung zurückzuwandern.

Daher muss nach Behandlungsende ein Retainer verwendet werden, um die Endposition der korrigierten Zahnstellung zu stabilisieren. Dies geschieht entweder mit einem festsitzenden Draht, dem Retainer, welcher innenliegend im Frontzahnbereich angeklebt wird und so die Zähne hält. Oder die Stabilisierung erfolgt durch Retentionsschienen, welche regelmäßig nachts getragen werden müssen.

Erfolgt keine ausreichende Stabilisierung der Zähne besteht die Gefahr, dass sich diese wieder verschieben. Eventuell ist dann später eine erneute Behandlung notwendig.

Lässt sich jede Kieferfehlstellung korrigieren?

Die meisten Zahn- und/oder Kieferfehlstellungen lassen sich gut mit kieferorthopädischen Methoden korrigieren. Dabei können unterschiedliche Apparaturen verwendet werden. Bei komplexen Kieferfehlstellungen ist in manchen Fällen eine kieferorthopädische Behandlung nicht mehr ausreichend.

Dann muss zusätzlich eine kieferchirurgische Operation durchgeführt werden. Durch eine Kombination aus Kieferorthopädie und Kieferchirurgie lassen sich alle Kieferfehlstellungen korrigieren.