Jeder Mensch durchläuft zweimal den Zahndurchbruch. Der erste führt zum Milchzahngebiss, während der zweite zum bleibenden Gebiss führt. Jeder Zahnwechsel folgt einer bestimmten Reihenfolge und ist mit einigen Beschwerden verbunden.

Eltern können sich vorab informieren, wann sie mit dem Durchbruch welchen Zahnes rechnen dürfen und worauf sie dabei achten sollten.

Das Wichtigste vorab:

  • Bei einem Zahndurchbruch brechen Zähne durch den Kiefer nach außen in die Mundhöhle.
  • Der Mensch durchläuft in seinem Leben zwei Zahndurchbrüche.
  • Der Zahndurchbruch kann mit Beschwerden und auch leichten Schmerzen verbunden sein.
  • Während des Zahnens sollte man besonders gut auf eine intensive Pflege und Mundhygiene achten, um Zahnfleischentzündungen vorzubeugen.
  • Auch während des Zahndurchbruchs ist es empfehlenswert, einen Kieferorthopäden aufzusuchen. So können Kieferfehlstellungen früh erkannt werden.

Der Zahndurchbruch

Prinzipiell durchläuft das menschliche Gebiss zwei Zahndurchbruchszeiten. Der Erste führt zum Milchzahngebiss, der Zweite zum bleibenden Gebiss.

Durchbruch der Milchzähne

Beim ersten Zahndurchbruch kommt das Milchgebiss zum Vorschein. Dieser erfolgt im Alter von etwa 6-8 Monaten. Vor allem bei Babys kann dies als sehr unangenehm empfunden werden und von körperlichen Symptomen begleitet werden. Die Zähne sind bereits in der Kauleiste im Kieferknochen verborgen und durchstoßen nach und nach den Kiefer nach außen.

Durchbruch der bleibende Zähne

Den Zahndurchbruch der bleibenden Zähne bezeichnet man auch als Zahnwechsel. In dieser Phase fallen die Milchzähne aus der Zahnleiste aus und werden durch neue, bleibende Zähne ersetzt. Zudem kommen noch neue Zähne hinzu. Dieser zweite Zahndurchbruch beginnt etwa ab dem 6. Lebensjahr und endet etwa mit dem 12., bzw. mit dem 24. Lebensjahr, wenn die Weisheitszähne vorhanden sind.

Dauer des Zahndurchbruchs

Der Zahndurchbruch der Milchzähne erfolgt schneller als der der bleibenden Zähne. Durchschnittlich braucht ein Milchzahn etwa 8 Tage, bis er vollständig durchgebrochen ist. Das menschliche Gebiss verfügt über 20 Milchzähne, also 10 in jedem Kiefer. Rechnet man dies zusammen bedeutet das, dass das Durchbrechen der Milchzähne etwa 160 Tage andauert, wobei kleine Ruhephasen dazwischenliegen.

Der zweite Zahnwechsel, bzw. das Wechselgebiss, dagegen dauert mehrere Jahre. Man unterteilt diesen Zahnwechsel selbst in drei Phasen. In der ersten Phase bricht der erste große Backenzahn, welcher hinter dem letzten Milchzahn liegt, und die Schneidezähne durch. Dies geschieht etwa im Alter von 6-9 Jahren.

Die zweite Phase beginnt mit etwa 10 Jahren und endet mit 12. Hier erscheinen die bleibenden Eckzähne und restlichen Backenzähne. In der letzten Phase, welche ungefähr ab 16 Jahren beginnt, erfolgt das Zahnwachstum der hintersten Backenzähne, der Weisheitszähne.

Der Zahndurchbruch bei Babys

Die ersten Symptome

Babys können leider nicht mitteilen, wenn sie Schmerzen haben und woher diese kommen. Dies macht sich meist durch quengeliges Verhalten oder gar Schreien bemerkbar. Neben auffälligem Verhalten können auch vermehrte Speichelbildung, Sabbern, häufiges Herumkauen und Finger in den Mund stecken Symptome für den Zahndurchbruch sein.

Der Zahndurchbruch kann auch mit weiteren körperlichen Symptomen, wie Erkältungsanzeichen und Fieber, in Verbindung stehen.

Die Reihenfolge des Zahndurchbruchs

Für gewöhnlich erfolgt der Zahndurchbruch bei Jungen etwas früher als bei Mädchen. Zudem beginnen die Zähne jeweils erst im Unterkiefer und danach im Oberkiefer durchzubrechen. Dabei brechen die Zähne jeweils gleichzeitig auf der einen und anderen Seite durch. Meistens erfolgt der Zahndurchbruch in einer bestimmten Reihenfolge:

AlterDurchbruch der Zähne
6-7 MonateMittlere Schneidezähne
1 JahrSeitliche Schneidezähne
erstes Drittel des zweiten LebensjahresErste Molaren (erster Backenzähne)
Zweites Drittel des zweiten LebensjahresEckzähne
Nach dem zweiten Drittel des zweiten LebensjahresZweite Molaren (zweite Backenzähne)

Tipps für Kinder beim Zahnen

Jedes Kind ist unterschiedlich. Daher müssen Eltern oft mehrere Methoden testen, um herauszufinden, was dem Kind am besten hilft. Folgende Ideen können dabei helfen, dem Kind das Zahnen zu erleichtern bzw. davon abzulenken:

  • Spezielle gekühlte Beißringe können Schmerzen lindern
  • Sanfte Zahnfleischmassagen
  • Kamillen- und Salbeitee wirken entzündungshemmend
  • Verträgliches schmerzlinderndes Zahngel
  • Ablenkung durch Spielen und Spazierengehen
  • Körperliche Nähe und Zuneigung in schlaflosen Nächten
  • Richtige Ernährung mit viel Vitamin D und Kalzium

Pflege der Milchzähne

Milchzähne haben eine dünnere Zahnschmelzschicht als die bleibenden Zähne. Daher sind sie anfälliger für Krankheiten und Karies. Zudem dienen sie als Platzhalter für die nachfolgenden bleibenden Zähne. Eine gründliche Zahnpflege ist daher besonders wichtig. Ist das Baby noch sehr klein, können die Zähne sanft mit Hilfe von Fingerhut-Zahnbürsten oder Kinderzahnbürsten gereinigt werden. Kann das Kind dann selbstständig die Zähne putzen, sollte es sehr früh an eine richtige und regelmäßige Zahnpflege herangeführt werden.

Sind alle Milchzähne durchgebrochen ist es anzuraten, einen Kieferorthopäden aufzusuchen. Bestehende Probleme können so früh erkannt und nach Bedarf behoben werden. Eine aufwendige spätere kieferorthopädische Behandlung kann so in manchen Fällen umgangen werden.

Zahndurchbruch der bleibenden Zähne

Durchbruch des Wechselgebiss

Brechen die bleibenden Zähne durch, spricht man von der sogenannten Wechselgebissphase. In dieser Phase werden die Milchzähne durch die bleibenden Zähne ersetzt. Zusätzlich brechen neue Zähne durch. Aus dem Milchzahngebiss aus 20 Zähnen entsteht das bleibende Gebiss aus 28 Zähnen plus eventuell vier Weisheitszähnen.

Während dieser Phase bilden sich die bleibenden Zähne aus und bauen die Wurzeln der Milchzähne ab. Dadurch werden letztere locker und fallen für gewöhnlich von selbst aus. Sie geben damit den Platz für die bleibenden Zähne frei.

Phasen des zweiten Zahndurchbruchs

Man unterscheidet drei Phasen des Zahnwechsels:

  • 1. Phase zwischen 6-9 Jahre

Diese Phase durchlaufen Kinder im Alter von ca. 6-9 Jahren. Sie beginnt mit dem Durchbruch der ersten großen Molaren, also Backenzähnen. Es handelt sich um den 6. Zahn in einem Kieferquadranten und befindet sich hinter den letzten Milchzähnen. Zudem wechseln in dieser Zeit die Schneidezähne in das bleibende Gebiss.

  • 2. Phase zwischen 9-12 Jahren

Im Alter zwischen 9 und 12 Jahren befinden Kinder sich in der zweiten Phase des Zahnwechsels. Hier brechen die Eckzähne, kleinen Backenzähne (Prämolaren) und der zweite große Backenzahn (Molar) durch. Nach dem Ende dieser Phase besteht das Gebiss aus 28 Zähnen.

  • 3. Phase zwischen 16-24 Jahren

Die dritte und damit letzte Phase des Zahnwechsels betrifft das Alter zwischen 16 und 24. Hier brechen, wenn vorhanden und genügend Platz verfügbar, die Weisheitszähne durch. Diese befinden sich an letzter Stelle, also an Platz 8 je Quadrant. Sind alle Weisheitszähne durchgebrochen beinhaltet das Gebiss demnach 32 Zähne.

Pflege der bleibenden Zähne

Eine regelmäßige und gründliche Zahnreinigung ist prinzipiell sehr wichtig. In den ersten drei Jahren nach dem Durchbrechen ist der Zahnschmelz der bleibenden Zähne jedoch noch nicht ganz ausgehärtet. Das heißt, in dieser Zeit sind sie anfälliger, wodurch die Zahnreinigung besonders sorgfältig erfolgen sollte.

Tipps für die Zeit des Zahndurchbruchs

Werden die Milchzahnwurzeln gut abgebaut, verläuft der Zahnwechsel weitestgehend schmerzfrei. Der Wechsel vom Milchzahngebiss zum bleibenden Gebiss wird von Kindern sogar als etwas Tolles und Besonderes angesehen. Diese positive Einstellung dem Zahnwechsel gegenüber können Eltern mit Ritualen, wie der Zahnfee, zusätzlich verstärken.

Werden die Milchzähne nicht von selbst locker, sollte dies von einem Zahnarzt angesehen werden. In manchen Fällen muss dieser nachhelfen, um den bleibenden Zähnen den Weg freizumachen. Während des Zahnwechsels sollten regelmäßige Kontrolluntersuchungen stattfinden. So können Anomalien oder Verzögerungen frühzeitig erkannt und durch den Zahnarzt behoben werden.

Beschwerden während des Zahndurchbruchs

Vor allem beim ersten Zahndurchbruch werden die Eltern gefordert. Die Zähne brechen aus dem Kieferknochen durch das Zahnfleisch in den Mundraum. Dies wird für gewöhnlich als nicht sehr angenehm empfunden. Babys reagieren hier besonders stark mit Quengeln oder Schreien. Schlaflose Nächte sind meist vorprogrammiert. Das Immunsystem ist in dieser Zeit angeschlagen, wodurch grippale Infekte und Fieber nicht ungewöhnlich sind. Folgeerscheinungen des Zahnens können auch Ausschläge und gerötete Haut sein.

Alle Zahnungsprobleme können sowohl beim ersten als auch beim zweiten Zahnwechsel auftreten. Dazu zählen unter anderen folgende:

  • Ziehen im Zahn bzw. Kiefer
  • Kaubeschwerden
  • Bildung hellweißer Verdickungen
  • Gerötetes Zahnfleisch
  • Gerötete Wangen
  • Schwellungen
  • Schlafprobleme
  • Appetitlosigkeit
  • Hautausschlag
  • Grippaler Infekt durch geschwächtes Immunsystem
  • Quengeliges Verhalten

Wann sollte der KFO besucht werden?

Zahn- und Kieferfehlstellungen können möglichst effektiv behandelt werden, wenn das natürliche Kieferwachstum hierzu genutzt werden kann. Daher sollten Eltern mit ihrem Kind im reinen Milchzahngebiss ab etwa 5 Jahren einen Erstbesuch beim Kieferorthopäden wahrnehmen.

Eine kieferorthopädische Behandlung wird für gewöhnlich erst im Wechselgebiss durchgeführt. Bei stärkeren Fehlstellungen und Anomalien ist es jedoch manchmal hilfreich, bereits im jüngeren Alter vor dem zweiten Zahndurchbruch eine sogenannte Frühbehandlung durchzuführen. Dadurch können Fehlstellungen behandelt werden, deren Korrektur in einem höheren Alter aufwendiger und zeitintensiver wäre. Denn umso jünger der Patient, desto effektiver kann das Kieferwachstum genutzt werden.

Eine frühe Vorstellung beim Kieferorthopäden ist daher sinnvoll, um eventuellen späteren Behandlungsschwierigkeiten zuvor zu kommen.


Häufige Fragen zum Thema Zahndurchbruch

Wie lange dauert der Zahndurchbruch bei Babys?

Eine exakte Zeit für den Durchbruch eines Milchzahns kann nicht angegeben werden. Dies ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Im Durschnitt kann man sagen, dass ein Milchzahn etwa 8 Tage braucht, um vollständig durchzubrechen.
Das Milchzahngebiss besteht aus jeweils 10 Zähnen im Oberkiefer und Unterkiefer. Das heißt, wenn die insgesamt 20 Zähne jeweils etwa 8 Tage benötigen, um durchzubrechen, dauert der gesamte Milchzahndurchbruch etwa 160 Tage.

Was hilft bei dem Zahndurchbruch?

Der Zahndurchbruch kann mit Schmerzen, Schwellungen und Entzündung verbunden sein. Es gibt einige Möglichkeiten und Methoden, welche die Beschwerden lindern können.
Spezielle gekühlte Beißringe können betroffene Stellen kühlen und schmerzlindernd wirken. Auch Zahnfleischmassagen können helfen. Daneben wirken Kamillen- und Salbeitee entzündungshemmend und können so Schwellungen reduzieren. 

Durch Spielen oder Spazierengehen kann man versuchen, das Kind abzulenken. Zudem sollte man auf eine richtige und gesunde Ernährung achten, welche viel Vitamin D und Kalzium enthält.